Die Ära des Gründers Bernhard Heinrich Feldhaus (*1821 † 1900)

1857

Im Jahr 1857 stellte der Hofbesitzer Bernhard Heinrich Feldhaus (*1821) aus dem Laerer Ortsteil Westerwiede erstmals Ziegel im offenen Feldbrand her. Dabei nutzte er die hofeigenen Lehmvorräte, um mit der Ziegelherstellung zusätzliche Einnahmen zur Landwirtschaft zu erzielen. Diese Lehmgrube, gelegen in der Grundmoränenlandschaft westlich der Remseder Straße nach Bad Laer, lieferte reiche Tonvorräte. Es war ein Jahrtausende altes Handwerk, das Bernhard Heinrich Feldhaus Mitte des 19. Jahrhunderts aufgriff und das zur Grundlage eines weltweit agierenden Unternehmens werden sollte.

Doch zunächst stand nicht die Ziegelherstellung, sondern noch lange Zeit die Landwirtschaft im Vordergrund. Denn in erster Linie war Bernhard Heinrich Feldhaus Landwirt mit zahlreichen Ländereien und Viehbestand. Der Vollerbenhof der Familie Feldhaus konnte auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits um 1200 wurde er erstmals erwähnt. Verständlicherweise riskierte man es nicht, den traditionellen Hofbetrieb allzu schnell zugunsten des neuen Projektes aufzugeben. Mit der Kombination aus Landwirtschaft und Ziegeleibetrieb schuf Feldhaus eine damals häufig vorkommende Konstellation. Viele Landwirte nutzten die auf dem eigenen Grund und Boden vorhandenen Tonvorräte für einen zusätzlichen Nebenerwerb.

Bernhard Heinrich Feldhaus
Maria Anna Feldhaus geb. Niehaus
Maria Anna Feldhaus geb. Niehaus
Feldhaus Hof 1857
Feldhaus Hof 1857
Eindrücke
Hofbau und neuer Ziegelofen

1862

1862 baute Bernhard Heinrich Feldhaus einen neuen Hof aus den in seiner Ziegelei gebrannten Steinen, den er allerdings verputzen ließ. Die Bautätigkeiten nahmen von nun an bis heute kein Ende mehr. Seine Bauvorhaben, aber auch die zahlreichen Ankäufe von Ländereien oder einer Sägemühle im Jahr 1873, notiert Bernhard Feldhaus auf den ersten Seiten eines Anschreibebuches, das so eine Art Chronik bildet. Hier ist beispielsweise über das Jahr 1866 zu lesen: „Im Jahr 1866 habe ich wieder eine Ziegelhütte gebaut. 70 f lang und 48 f breit kostet 200 Taler“.

Die Ziegelwaren der Firma Feldhaus fanden damals viele Abnehmer. Das wird auch der Grund gewesen sein, warum Bernhard Feldhaus 1868 einen neuen Ziegelofen bauen ließ. Am 29. Juli 1868 erhielt er vom Amt Iburg die Genehmigung zur Inbetriebnahme eines neu erbauten Ziegelofens, um die Ziegelei zu vergrößern. In seiner Chronik ist zu lesen: „1868 neuhen Ziegelofen angelegt und Wohnhaus auf der Ziegelei, beide Ziegelofen neue Mündung“. Hier wird deutlich, dass Feldhaus seine Ziegelei erheblich vergrößern wollte und auch schon eine Unterkunft für die Ziegeleiarbeiter eingeplant hatte.

Eindrücke
Landwirtschaft und Ziegelei

1870er Jahre bis 1900

In den 1870er Jahren bis 1900 existieren die Landwirtschaft und der Ziegeleibetrieb nebeneinander. Die Ziegelproduktion wurde aufgrund der hohen Nachfrage allmählich gesteigert.

Das Anschreibebuch der Ziegelei Feldhaus aus der Zeit von 1869 bis in die Mitte der 1880er Jahre gibt neben den Aufstellungen über Verkäufe landwirtschaftlicher Produkte und Vieh Zeugnis von der umfangreicher werdenden Produktion von Backsteinen, Dachziegeln, Röhren und Firstpfannen. Auch Kalk wurde im Feldhausschen Ofen in größeren Mengen produziert, wie die Aufzeichnungen belegen. Hunderte von Kunden sind hier mit ihren erhaltenen Ziegeleiwaren vermerkt. Aus diesem Buch lässt sich auch erkennen, in welchem Umkreis Feldhaus nun seine Kunden hatte. So tauchen vor allem die Orte Remsede, Laer, Westerwiede, Müschen, Glane, Natrup, Versmold, Winkelsetten, Dissen, Aschendorf, Iburg, Greven und Ostbevern auf.

Überwiegend wurden die Steine der Ziegelei zur damaligen Zeit für Privathäuser verwendet. Eine Ausnahme bildet der Innenraum der St.-Marien-Kirche in Bad Laer. Sie wurde 1874 errichtet, nachdem der baufällige Vorgängerbau abgerissen werden musste. Während die Außenmauern aus Laerer Piepstein errichtet wurden, verwendete man für die innen liegenden Säulen, Fenstergesimse und Wandstützen gebrannte Formziegel von Feldhaus. Lange durch Übermalungen verborgen, kamen die Ziegel bei der Renovierung im Jahr 1966 wieder ans Licht.

Die Ära der zweiten Generation Heinrich Feldhaus (*1861 †1938)
Heinrich Feldhaus
Heinrich Feldhaus

Der Brennvorgang wurde nun zunehmend automatisiert, um dem wachsenden Bedarf an Ziegeln nachzukommen. Nachdem die Folgen des 1. Weltkrieges und der nachfolgenden Inflation überstanden waren, setzte die Familie Feldhaus wieder alles daran, ihre Ziegelei weiter auszubauen. 1929 ließ Heinrich Feldhaus eine automatische Schüranlage über dem Ringofen errichten. Sie hatte gegenüber der Handschüttung den Vorteil, dass die Kohle dem Ofen nun sparsamer und regelmäßiger zugeführt werden konnte. Obwohl schon im späten 19. Jahrhundert entwickelt, wurden Schürapparate in Deutschland erst nach dem Ersten Weltkrieg vermehrt eingebaut. Sie versprachen eine Brennstoffersparnis von 20-30 Prozent gegenüber der Handschüttung.

Eindrücke
Der Zweite Weltkrieg

1939

Noch 1939 baute man eine Kanaltrocknung von 60 m Länge auf dem Firmengelände, es war für viele Jahre die letzte Investition. Der Zweite Weltkrieg und die Nachkriegszeit unterbrachen den stetigen Ausbau der Ziegelei Feldhaus für einige Jahre. „Natürlich ging es den Leuten hier auf dem Lande nie richtig schlecht“, erinnert sich Bernhard Joseph Feldhaus heute. „Wer eigene Landwirtschaft hatte, hatte wenigstens immer genügend Nahrungsmittel. Man konnte schwarzschlachten. Die Menschen aus der Stadt pilgerten damals in Scharen auf das Land, um Essen zu bekommen.“

Eindrücke
Die Ära der dritten Generation Helena (*1904 †1970) und Johann Heinrich Feldhaus (*1900 †1955)

1950er Jahre

Nach den aufreibenden und schwierigen Kriegs- und Nachkriegszeiten kehrte zu Beginn der 1950er Jahre wieder Ruhe ein und die Familie Feldhaus konnte sich auf den Ausbau der Ziegelei konzentrieren. Am 2. Ostertag des Jahres 1950 traf die Familie Feldhaus ein schwerer Schlag: das Wohnhaus und das Wirtschaftsgebäude der Familie wurde durch ein Feuer vollständig zerstört.

Firmenerbin Helena Feldhaus und ihr Mann Johann Heinrich Feldhaus führten seit dem Tod des Vaters Heinrich Feldhaus im Jahr 1938 gemeinsam den Betrieb in dritter Generation. Zusammen setzten sie in den folgenden Jahren alles daran, die Ziegelei zu erweitern. Zum ersten Mal in der Geschichte der Ziegelei leitete übrigens nun mit Johann Heinrich Feldhaus ein gelernter Ziegelmeister die Geschicke des Unternehmens. So konnten in einem Rundgang im Ringofen pro Woche 96.000 Steine produziert werden. Der dafür notwenige Energieaufwand wurde durch eine Dampfmaschine in Eigenstromerzeugung kompensiert. Ebenfalls wurde eine neues Pressenhaus erbaut, welches heute das älteste Gebäude auf dem Gelände ist.

Die Ära der dritten und vierten Generation Helena (*1904 †1970) und Bernhard Feldhaus (*1938)

Bis 1955 entstanden so ein Pressenhaus, eine Trafostation und eine Tonkippe. Zusätzlich wurde die Trockenanlage vergrößert. 1955 starb Johann Heinrich Feldhaus viel zu früh mit nur 55 Jahren. Ein großer Trauerzug mit fast 1000 Menschen, darunter auch die Jungziegler in ihrer Arbeitstracht, begleitete ihn zu seiner letzten Ruhestätte auf dem Laerer Friedhof. Todesanzeigen und Zeitungsberichte zeugen davon, wie beliebt der verstorbene Ziegeleiunternehmer war. So ist dort unter anderem zu lesen: „Hart und anspruchslos gegen sich selbst verfügte er über eine seltene Arbeitsenergie und einen sicheren, klaren Weitblick. Seine menschliche Güte und Hilfsbereitschaft werden wir nicht vergessen.“

In der folgenden Zeit übernahm seine Frau Helena die alleinige Verantwortung für die Dampfziegelei und den Hofbetrieb. Ihr Vorteil war es dabei, dass sie von Kindesbeinen an mit den Arbeitsvorgängen in der Ziegelei vertraut war. Auch konnte sie auf die Unterstützung ihrer Söhne Bernhard und Heinrich zählen, die tatkräftig in der Landwirtschaft und in der Ziegelei mit anfassten. So erinnert sich Bernhard Joseph Feldhaus noch gut daran, dass er mit seinem Bruder Heinz in den Schulferien immer in der Ziegelei half. Der große Ringofen war ständig in Betrieb. Pro Woche erfolgte ein Rundgang, bei dem 96.000 Steine in den insgesamt 16 Kammern gebrannt wurden. Im Sommer wurde ein Vorrat an Rohlingen angelegt, der dann im Winter abgebrannt wurde.

Eindrücke
Neuer Tunnelofen

1967

1967 wurde auch auf dem Gebiet der Technik investiert: Der fast hundertjährige Ringofen war baufällig geworden und durch seine hohen Energiekosten nicht mehr rentabel. Längst hatten die beiden Söhne Bernhard und Heinz sich immer mehr dem Ziegeleigeschäft gewidmet. Bernhard Feldhaus erkannte die Möglichkeiten, die eine Ziegelei mit moderner Ausstattung bot. Nach einem gemeinsamen Besuch bei der Firma Karl Walter & Co., Hannover, konnten die beiden Brüder ihre Mutter überzeugen, einen neuen, zeitgemäßen, 78 Meter langen Tunnelofen zu errichten. Er entstand in einem halben Jahr Bauzeit, hatte für den Ofenbesatz 20 Tunnelofenwagen sowie 9 Tunnelofenwagen für die Reserve. Beim Tunnelofen handelt es sich ebenso wie beim Ringofen um einen kontinuierlich betriebenen Brennofen. Im Unterschied zum Ringofen wandert das Brenngut aber nun auf Wagen durch eine feststehende Feuerzone.

Der alte Ringofen wurde abgerissen und an dessen Stelle der Beschicker installiert. Dem schließen sich der Kollergang und zwei Walzwerke an. Nun konnten pro Stunde 3,0 t Ton aufbereitet werden. „Am 9. September 1967“, so erinnert sich Bernhard Feldhaus, „kamen die ersten fertig gebrannten Steine aus dem neuen Ofen." 1968 übernahm Bernhard Joseph Feldhaus das Unternehmen und sorgte für die stetige Weiterentwicklung. Bruder Heinz blieb ebenfalls im Betrieb tätig und ist bis heute seinem Bruder eine wichtige Stütze.

Inzwischen arbeiteten 30 Mitarbeiter bei Feldhaus, und erstmals hatte das Unternehmen nun auch einen Betriebsleiter, Herrn Hildebrand, der für den reibungslosen Ablauf der Produktion sorgte. Und es wurde weiter investiert: Eine neue Tonlager und Aufbereitungshalle wurde errichtet. Hinzu kamen eine Aufbereitungsanlage, bestehend aus Kastenbeschicker, gebrauchtem Kollergang der Firma Händle, zwei Walzwerken und neuer Pressenanlage von der Firma Breitenbach in Siegen. Mit der neuen Technik konnte man nun ungefähr eine Pressenleistung von 8.000 Ziegeln pro Stunde fertigen. Zur damaligen Zeit lieferte Feldhaus vor allem an die Firma Zierenberg in Gütersloh, die ca. 80 Prozent des Umsatzes machte.

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Weitere Investitionen

1970

In den folgenden Jahren trieb Bernhard Joseph Feldhaus die Expansion des Unternehmens stetig voran: „Seit 1970 gibt es kein Jahr, in dem wir nicht investiert und neu gebaut haben“, betont er rückblickend. Wichtig für die reibungslose Produktion war die Umstellung von Schwer- auf Leichtöl, wozu man sich 1970 nach einem Ofenbrand entschloss. Die Investitionen bezogen sich nicht nur auf technische Anlagen. Während die Organisation bisher vom Privathaus aus abgewickelt wurde, entstanden 1972 neue Büroräume auf dem Betriebsgelände. Und äußerst modern und familienfreundlich ließ man gleich nebenan einen Kinderspielplatz errichten.

Die rechte Hand von Bernhard Feldhaus bei allen folgenden Entwicklungen und Ausbauten wurde Karl-Heinz Thele, der 1972 als Schlosser bei Feldhaus anfing. Er erwies sich schnell als kreativer und technisch sachkundiger Mitarbeiter, immer auf der Suche nach Verbesserungen und Innovationen rund um die Ziegelproduktion. Zur damaligen Zeit gab es noch keine festgefügten Zuständigkeitsbereiche: Elektriker fehlten, und wenn es Probleme mit den Anlagen gab, versuchte man diese so gut wie möglich zu beheben. Doch inzwischen war der Betrieb so komplex geworden, dass Fachwissen unabdingbar war. Karl-Heinz Thele ließ sich daher zwei Jahre lang als Elektrotechniker auf einer Schule in Goslar ausbilden und wurde anschließend im Jahr 1976 Betriebsleiter bei Feldhaus.

Karl-Heinz Thele ist bei der Firma Feldhaus bis in die Gegenwart für eine Vielzahl von Innovationen in der Technik und in der Entwicklung neuer Produkte verantwortlich und hat entscheidend zum Erfolg des Werkes beigetragen. Um eine schonendere Brennweise der Klinker zu erreichen, entschloss Feldhaus sich 1977, den Tunnelofen von der Decken- auf die Seitenbefeuerung umzustellen. Damit gehörte die Anlage deutschlandweit zu den ersten Tunnelöfen mit Seitenbefeuerung. Auch erfolgte nun die Befeuerung mit Erdgas. Gleichzeitig wurde der Ofen auf 113 Meter verlängert. Jetzt konnte die Ofenleistung auf eine Schubleistung von bis zu 12 Wagen erhöht werden. Im Jahr 1970 konnten schließlich 20.000 Ziegel am Tag produziert werden, sodass die Landwirtschaft vollständig aufgegeben wurde.

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Revolutionäre Technik für die Riemchenproduktion

1981

Eine für die Zukunft des Unternehmens äußerst wichtige Entwicklung fand 1981 statt. Damals wurden bei Feldhaus die ersten Klinkerriemchen entwickelt. Unter Klinkerriemchen versteht man schmale Ziegel, die oft in Verbindung mit Wärmeschutzmaßnahmen zum Verkleiden von Alt- und Neubauten verwendet werden (Wärmedämmverbundsystem).

Experimentierfreudig testeten Bernhard Joseph Feldhaus und Karl-Heinz Thele zunächst die Produktion der Riemchen mit dem Abschälverfahren, was sich allerdings als zu aufwändig erwies. Später brannte man die Riemchen im Klebeverfahren, wobei mehrere Riemchen mit einem Spezialkleber aneinander fixiert wurden. Auch hier gab es Probleme, da zum Teil Spuren des Klebers sichtbar blieben. Doch der Betriebsleiter Karl-Heinz Thele ließ nicht locker, bis er eine optimale Technik für die Riemchenproduktion entwickelt hatte. Eine zusätzliche neue Feuerungstechnik ermöglichte die Produktion von 40 Prozent mehr Ware bei gleichbleibendem Energieverbrauch.

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Weiteres Wachstum

1983

Da die Kapazitäten für die Herstellung von Klinkern nicht mehr ausreichten, fiel die Entscheidung die Firma Bültmann aus Werther zu übernehmen, um dort den Fokus auf die Pflasterklinkerproduktion zu legen.

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Eine Luxusherberge für die Feldhausschen Hühner

1993 – kleine Anekdote

Der beliebte „Hühnerstall“ auf dem Feldhaus Betriebsgelände, in dem sich heute die Hühner das gesellige Leben mit den Besuchern in der Jagdhütte teilen, wäre nicht der Hühnerstall, wenn nicht folgendes passiert wäre: Im Herbst 1993 beauftragte Bernhard Feldhaus seinen Sohn Harald damit, die Pappeln am Teich abzuholzen. Diese schnellwachsenden Bäume drohten, den Teich zu überwuchern. Erst ging auch alles gut. Doch zuletzt war eine besonders große und morsche Pappel an der Reihe. Beim Sägen hatten Harald Sudhues und seine Helfer sich jedoch verkalkuliert: der Baum fiel nicht wie geplant nach links, sondern krachte auf das Dach des Hühnerstalls.

Es wurde kurzerhand beschlossen, den Hühnerstall komplett zu renovieren. Und da Bernhard Feldhaus und Harald Sudhues passionierte Jäger sind, ließen sie den vorderen Teil zu einer Jagdhütte ausbauen. Die fiel dann gleich recht großzügig mit Überdach, Kamin und großer Holztheke aus. Zur Freude von Frau Feldhaus wanderten auch die meisten Jagdtrophäen aus dem Wohnhaus mit hinein. In dem gemütlichen „Hühnerstall“ finden seither viele Feierlichkeiten statt. Diese geselligen Abende sind für Kunden, die in Laer übernachten, immer der krönende Abschluss des Feldhaus-Besuches.

Aufgrund der hohen Nachfrage hat sich Familie Feldhaus im Jahr 2014 kurzerhand entschlossen, die Größe der Jagdhütte zu verdoppeln. Seitdem krönen eine riesige urige Theke und noch viel mehr Jagdtrophäen die Räumlichkeiten. Sogar eine große Küche mit eigenem Kühlhaus sind nun mit von der Partie. Fragen wir unsere Kunden nach den besagten Abenden der Feierlichkeit nach einem Feedback, so beschreiben diese ihn in den meisten Fällen als spaßig, feuchtfröhlich und unvergesslich.

Neuer Tunnelofen mit Tunnelofentrockner

1994

Inzwischen nahm die Produktion der Klinkerriemchen immer mehr Raum ein. Steine waren quasi dreifach überverkauft. Oft gab es Lieferzeiten von sechs bis acht Wochen auf viele Sorten. Besonders in Kombination mit einer geeigneten Wärmedämmung wurden sie mehr und mehr zu einem wichtigen Baustoff bei der Altbausanierung und -modernisierung.

Feldhaus trug dieser Entwicklung Rechnung und konzipierte unter der Leitung von Karl-Heinz Thele 1994 einen neuen Tunnelofen mit Tunnelofentrockner, in dem die Riemchen als Rohlinge auf die Tunnelofenwagen gesetzt wurden. Der vorherige Trocknungsprozess im Kammertrockner konnte durch diese neue Technik ersetzt werden. „Am „9. November 1995“, so Bernhard Joseph Feldhaus, „kamen die ersten Riemchen aus dem Ofen. Seitdem hat der Ofen bis heute (2020) ununterbrochen Ware gebrannt.“

Eindrücke
Technische Innovationen

1999

Feldhaus ruhte sich nicht auf dem bisher erreichten hohen Standard bei der Produktion aus. Immer wieder setzten die Mitarbeiter alles daran, den optimalen Nutzen aus dem Grundstoff Ton herauszuholen. Ein großes Problem war bisher der hohe Ausschuss an Rohstoff, der bei der Produktion der Winkelriemchen anfiel. Denn diese konnten nur als Teil eines Vollsteins hergestellt werden, wobei 85 Prozent Ausschuss anfielen.

Winkelriemchen werden benötigt, um Ecken und Fensterstürze fachgerecht zu verblenden. Sie sind nicht vom herkömmlichen Mauerwerk zu unterscheiden. Daher entwickelten der Betriebsleiter Karl-Heinz Thele in Zusammenarbeit mit der Firma Novoceric im Jahr 2001 ein von der DBU als Projekt gefördertes Verfahren, Winkelriemchen ohne Trägerstein herzustellen. Eine aufwändig konzipierte Strangpresse speziell für Winkelriemchen erlaubt es nun, auch diese Steine im Extrusionsverfahren zu produzieren. Hierdurch konnte der Energie- und Materialverbrauch entscheidend reduziert werden.

So lässt sich nun mit derselben Menge Ton fast die sechsfache Menge mehr an Winkelriemchen herstellen. Das bedeutet, dass jährlich rund 500.000 Kubikmeter Erdgas, 40.000 Liter Dieselöl, 8.000 Tonnen Ton und 2.500 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Gegenwärtig ist Feldhaus, auch aufgrund der zahlreichen hier entwickelten technischen Innovationen, marktführend im Bereich der Klinkerriemchen.

In Kombination mit dem Neubau einer computergesteuerten Aufbereitungsanlage, einer computergesteuerten Rezepturverwaltung und Feuchtigkeitsregelung, der Entwicklung und Patentierung der Winkelriemchenherstellung und der Installation von Robotern für die Winkelriemchenproduktion wurden wichtige Meilensteine in eine moderne Zukunft gesetzt. Sogar Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hatte sich in ihrer Zeit als Bundesumweltministerin über die Produkte von Feldhaus informiert.

Eindrücke
Förderpreis der Deutschen Bundesumweltstiftung

2002

2002 wurde Feldhaus für die ökologische und kostensparende Produktionstechnologie sogar mit dem Förderpreis der Deutschen Bundesumweltstiftung geehrt.

2007 - Feldhaus wird Marktführer im Bereich „Klinkerriemchen“.

Die Ära der vierten und fünften Generation Bernhard Joseph (*1938) und Nicola Feldhaus (*1973)

2010

Aus strategischen Gründen wurde die gesamte Produktion aller Klinker zentralisiert und der Standort in Werther aufgegeben. Dafür wurde die gesamte Ofensteuerung im Klinkerwerk modernisiert.

Produktionstechniken wurden weiterentwickelt und verfeinert. Somit lag es nah, dass sich die Infrastruktur auf dem Betriebsgelände ständig mit wandelte. Mit dem Ankauf der Verbindungsstraße Laerer Straße zur Remseder Straße von der Gemeinde konnte das Gelände weiter wachsen. Eine Platzerweiterung für alle Klinkerprodukte entstand 2014 und auch eine neue attraktive Werkszufahrt mit geeichter LKW-Waage wurde erforderlich. Es folgten die Verlagerung des Regenrückhaltebeckens sowie Tiefbrunnen Bohrungen für eine neue betriebliche Wasserversorgung. Erste Erd- und Abrissarbeiten kündigten bereits das Entstehen des Besucher-Zentrums an.

Mit der Entwicklung des Feldhaus Konfigurators für die digitale Objektplanung bricht auch im Vertrieb das digitale Zeitalter an.

Eindrücke
Eine neue Ära der Kundenbetreuung beginnt

2015

2015 ist das Jahr, in dem eine ganz neue Ära der Kundenbetreuung beginnt: Mit der Eröffnung des Besucher-Zentrums stehen nun Architekten, Planern, Baustoffhändlern, Bauunternehmern und auch privaten Bauherren gleichermaßen die Türen für eine ausgiebige Beratung offen.

Das insgesamt rund 1.400 Quadratmeter große Gebäude und die Außenanlagen laden auch zu Fachveranstaltungen und Branchentagungen ein. Auch die Messeaktivitäten von Feldhaus Klinker werden ausgeweitet. Zum ersten Mal präsentiert sich das Unternehmen 2015 auf der Weltleitmesse „BAU“ in München. Zur nachhaltigen Energieversorgung entsteht ein neues Blockheizkraftwerk als Gemeinschaftsprojekt mit dem örtlichen Energieversorger.

Kontinuierliche Investitionen

2018

Mittlerweile hat sich das Firmengelände auf 17,1 ha ausgeweitet, wovon allein 6 ha überdachte Produktions- und Lagerflächen entsprechen. Auch die LKW-Zufahrt wurde für das erhöhte Aufkommen erneut erweitert. Die Errichtung einer neuen, weltweit einmaligen, vollautomatischen Riemchenentladung, zeigt erneut, dass es in keinem Jahr einen technologischen Stillstand gab. Jedes Jahr wurden Pressenlinien, oder andere maschinelle Anlagen modernisiert und auf dem aktuellsten Stand gehalten.

115 Millionen Klinker, Klinkerriemchen und Pflaster pro Jahr

Heute

Das 1857 gegründete Familienunternehmen wird heute in vierter und fünfter Generation erfolgreich von Bernhard Joseph Feldhaus und Nicola Feldhaus geführt. Weitsichtige Entscheidungen und die Nähe zum Markt haben den Erfolg begründet und gleichzeitig die Weichen für die Zukunft gestellt. Mittlerweile verlassen mehr als 115 Millionen Klinker, Klinkerriemchen und Pflaster pro Jahr die Öfen des Unternehmens. Und im Bereich Klinkerriemchen ist Feldhaus mit seiner Sortimentsvielfalt weltweit marktführend. Immer mehr Farben, Strukturen und Formate werden produziert und bieten individuelle Gestaltungsmöglichkeiten für Privathäuser, Geschäftsbauten und öffentliche Bauvorhaben.

Neben dem deutschen Markt und Vertriebsstützpunkten in Europa und Übersee beliefert Feldhaus mit etwa 135 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viele aufstrebende Märkte weltweit. Derzeit sind es mehr als 41 Länder. Der Auslandsanteil am Umsatz beträgt rund 50 Prozent. So gilt die Marke Feldhaus nicht nur in Deutschland als Garant für Qualitätsprodukte. Vom Baltikum über Russland bis nach Amerika werden Klinkerprodukte „Made in Bad Laer“ erfolgreich verarbeitet.

Mit dem Bau eines weiteren Tunnelofens für die Klinker- und Winkelriemchen Produktion im Jahr 2020 werden die Weichen für die nächste Generation gestellt.

Zahlen, Daten, Fakten

  • Firmengelände 17,1 ha, davon 8 ha überdachte Produktions- und Lagerflächefläche
  • Ein Standort, drei Öfen
  • Mehr als 115 Mio. Stück Riemchen, Verblender und Pflaster pro Jahr
  • Produktion von täglich ca. 360 t gebranntem Material
  • 6 Pressenlinien
  • 9 Produktlinien, 2.500 verschiedene Artikel
  • rund 140 Mitarbeiter
  • Export weltweit in über 41 Länder

Zu unserem Erfolg haben maßgeblich unsere Mitarbeiter und Sie, unsere Kunden, beigetragen. Immer mehr neue Anforderungen motivieren uns zu eigenen Innovationen und vereinen seit Jahrzehnten Kompetenz und Tradition.

Wir sind erfolgreich, wenn Sie es sind. Bauen auch Sie auf unsere über 160-jährige Erfahrung!

Ihr Feldhaus Team

FELDHAUS

Über 160 Jahre Erfolgsgeschichte.

Feldhaus ist ein internationales Klinkerwerk aus Deutschland und beschäftigt am Standort Bad Laer in Deutschland rund 140 Mitarbeitende. Wir begleiten Architekten, Planer, Bauherren und Investoren weltweit in Bauprojekten jeder Größe.

Unsere Teams aus den Bereichen Architektur, Bauwesen und Ingenieurwesen, liefern Ihnen genau die fachlichen Leistungen und Beratungsangebote, die Sie für Ihr Bauvorhaben mit Klinkern benötigen. Gerne informieren wir Sie persönlich über unsere Produkt- und Serviceangebote. Unsere Fachkräfte beraten Sie kompetent und beantworten gerne alle Fragen zu unseren Lösungen.

Erleben Sie technologischen Vorsprung – seit über 160 Jahren. Freuen Sie sich auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem ältesten inhabergeführten Klinkerwerk Deutschlands.

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GESCHÄFTSFÜHRUNG

Nicola Feldhaus